Skip to main content

Autoimmunerkrankung der Schilddrüse

Unter einer Autoimmunerkrankung versteht man generell Krankheiten, deren Entstehung und Verlauf maßgeblich durch das menschliche Abwehrsystem, das auch als Immunsystem bezeichnet wird, verursacht wird. Für die Schilddrüse sind vor allem zwei Autoimmunkrankheiten von besonderer Bedeutung. Das sind die Basedowsche Krankheit und die Hashimoto Thyreoditis. Beide betreffen zwar die Schilddrüse (Glandula Thyroidea), sind jedoch in ihrer Entstehung und Behandlung vollständig verschieden. Beide Formen sollen im Folgenden kurz beschrieben werden.

Die Basedowsche Krankheit (Morbus Basedow)

Autoimmunerkrankung SchilddrüseBei dem Morbus Basedow handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse, bei der die Abwehraktivitäten des menschlichen Immunsystems für eine übermäßige Aktivität der Glandula Thyroidea sorgen. Es kommt zu einer Schilddrüsenüberfunktion bzw. zu einer Hyperthyreose. Die Krankheit ist nach dem deutschen Arzt Carl von Basedow benannt, der sie erstmals im Jahre 1840 beschrieb. Er sprach dabei auch von den Dreifach-Beschwerden, dem sogenannten Merseburger Trias. Diese sind im Einzelnen: Hervortretende Augen (Exophthalmus), ein beschleunigter Herzschlag (Tachykardie) und Kropf (Struma). Fünf Jahre zuvor hatte der englische Arzt Robert Graves dieselben Symptome beschrieben. Aus diesem Grund spricht man im englischsprachigen Raum bei dieser Form der Autoimmunerkrankung der Schilddrüse auch von der Graves‘ Disease (Graves-Krankheit).

Die Ursachen und Auslöser

Die Autoimmunerkrankung der Schilddrüse Morbus Basedow wird ausgelöst durch Antikörper, die sich gegen das TSH-Hormon richten, das die Glandula Thyroidea stimuliert. In der Folge kommt es dadurch zu einer Anregung der Schilddrüse und damit zu einer erhöhten Freisetzung und Produktion des TSH-Hormons. Es entsteht eine Hyperthyreose oder Schilddrüsenüberfunktion. Außerdem wächst das Organ in seiner Größe mitunter stark an, was auch als Struma bzw. als Kropf bezeichnet wird. Die Antikörper können zudem dazu führen, dass es hinter den Augen zu einer vermehrten Bildung von Muskel- und Fettgewebe kommt. Aus diesem Grund treten bei dieser Autoimmunerkrankung der Schilddrüse oft die Augäpfel hervor.

Wieso es genau zu der Bildung der TSH-Antikörper, die auch TRAK genannt werden, kommt ist bislang leider noch nicht komplett geklärt worden. Man geht jedoch davon aus, dass genetische Faktoren und Umwelteinflüsse, wie zum Beispiel Stress, aber auch Vireninfektionen und das Rauchen die Autoimmunerkrankung der Schilddrüse begünstigen können. Symptome sind, neben den oben genannten, außerdem Gereiztheit, Zittern und Unruhe. Die Diagnose erfolgt in der Regel über eine Blutuntersuchung, durch die sich die Überfunktion der Glandula Thyroidea nachweisen lässt. Die Behandlung erfolgt hingegen für gewöhnlich mit Medikamenten, die die Schilddrüsenfunktion regulieren und die Produktion des TSH-Hormons senken.

Die Hashimoto Autoimmunerkrankung der Schilddrüse

Hypothyreose SymptomeDie Hashimoto-Schilddrüsenentzündung oder Hashimoto-Thyreoditis wurde durch den japanischen Arzt Hakuro Hashimoto im Jahre 1912 erstmals beschrieben. Es handelt sich um die zweite und häufigste Form der Autoimmunerkrankung der Schilddrüse. Was genau die Hashimoto-Schilddrüsenentzündung auslöst, ist noch nicht vollständig geklärt. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass genetische Faktoren sowie schwere Infektionen, aber auch die übermäßige Zufuhr von Jod die Autoimmunerkrankung der Schilddrüse auslösen können. Die Folge ist, dass das körpereigene Immunsystem gegen die Glandula Thyoidea vorgeht und die Produktion des TSH-Hormons vermindert.

Hinweis: Im Gegensatz zur Basedowschen Autoimmunerkrankung der Schilddrüse kommt es daher in diesem Fall zu einer Schilddrüsenunterfunktion.

Häufigkeit und Symptome

Die Hashimoto Autoimmunerkrankung der Schilddrüse ist die häufigste Schilddrüsenerkrankung. In Europa wird davon ausgegangen, dass die Symptome bei ca. ein bis zwei Prozent der Menschen so stark sind, dass Beschwerden auftreten. Anders als bei dem Morbus Basedow sind bei dieser Form der Autoimmunerkrankung der Schilddrüse die Symptome jedoch insbesondere zu Beginn nicht so eindeutig und lassen oftmals nicht sofort auf ein Schilddrüsenproblem schließen. Dennoch können die Beschwerden zu einer Beeinträchtigung im Lebensalltagführen.

Erste Symptome dieser Autoimmunerkrankung der Schilddrüse sind oft Herzrasen, Schwitzen, Unruhe, Heißhunger und der Gewichtsverlust obwohl man sich ausreichende ernährt. Bei Frauen kommen zudem Zyklusstörungen hinzu. Im späteren Verlauf und mit dem Voranschreiten der Autoimmunerkrankung der Schilddrüse und damit Zerstörung der Glandula Thyroidea treten dann weitere Symptome als Folge der Unterfunktion des Organs auf.

Diese sind Antriebslosigkeit und Müdigkeit, Gewichtszunahme sowie Kälteempfindlichkeit. Außerdem kommt es zu vermehrten Wassereinlagerungen im Körper (Ödeme) sowie zu Veränderungen von Haut und Nägeln. Die Folge der Hashimoto Autoimmunerkrankung der Schilddrüse ist fast immer die vollständige Zerstörung des Organs.

SchilddrüsenfunktionDas führt dazu, dass kein TSH-Hormon mehr vom Körper selbst erzeugt werden kann. Die Schilddrüsenhormone müssen daher ab diesem Zeitpunkt künstlich durch Medikamente ersetzt werden. Die Einnahme erfolgt ein Leben lang. Eine Heilung der Autoimmunerkrankung der Schilddrüse gibt es nicht.

Wie bei dem Morbus Basedow wird auch bei der Hashimoto Thyreoditis die Diagnose im Rahmen einer Blutuntersuchung gestellt. In einem Labor zeigen sich in der Regel zeitnah die verminderten bzw. fehlenden Schilddrüsenhormone. Unmittelbar nach der Diagnose werden dann künstliche Schilddrüsenhormone, in der Regel in der Form von Tabletten, verschrieben. Sie kompensieren den Verlust und sorgen dafür, dass die TSH-Werte wieder auf einem normalen Niveau sind. Auch wenn sich das Organ so nicht retten lässt, so lassen sich doch die Symptome und Einschränkungen, die sich aus einer Unterfunktion der Glandula Thyroidea (Hypothyreose) ergeben, effektiv behandeln, sodass ein normales Leben möglich ist.


Ähnliche Beiträge