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Hashimoto Thyreoiditis

Hashimoto Thyreoiditis – die oft unerkannte Schilddrüsenerkrankung

Hashimoto Thyreoiditis zählt zu den Autoimmunerkrankungen, hierbei erkennt das Immunsystem körpereigene Zellen als Eindringlinge und bekämpft sie. In diesem Fall ist die Schilddrüse betroffen. Um die sechs Millionen Menschen leiden in Deutschland an Hashimoto Thyreoiditis, viele davon unwissend. Die Diagnosestellung ist schwierig, deswegen haben Betroffene meist viele Arztbesuche hinter sich, bevor die Ursache ihrer Beschwerden geklärt ist. Frauen erkranken häufiger als Männer, im Durchschnitt sind die betroffenen Personen bei ihrem ersten Schub zwischen 40 und 50 Jahre alt.

Hashimoto Thyreoiditis

Hashimoto SchilddrüseDer Arzt Hakaru Hashimoto war der Erste, der die Hashimoto Thyreoiditis 1912 beschrieb. Sie gilt zudem als Erste in der Medizin beschriebene Autoimmunerkrankung. Das menschliche Immunsystem denkt, körpereigene Zellen seien Fremdkörper und greift diese an.

Es ist fehlgeleitet und dadurch kommt es zu einer dauerhaften Entzündung des Organs. Je länger die Erkrankung besteht, desto größer ist der Schaden, den die körpereigene Abwehr in der Schilddrüse anrichtet. Die genaue Ursache ist nicht geklärt und wird von Wissenschaftlern noch erforscht. Da die Erkrankung gehäuft in Familien auftritt, liegt wahrscheinlich eine Veranlagung in den Genen vor.

Die Schilddrüse

Sie liegt im Hals unter dem Kehlkopf, hat die Form eines Schmetterlings und ist beispielsweise für die Produktion bestimmter Hormone zuständig. Die Schilddrüsenhormone sind für eine Reihe wichtiger Prozesse im Körper notwendig. Unter anderem sind sie an Stoffwechselvorgängen, der Körpertemperaturregulation oder dem Wachstum beteiligt.

Hashimoto Thyreoiditis Symptome

Bei vielen Betroffenen findet ein Wechsel zwischen den Symptomen einer Schilddrüsenunterfunktion und -überfunktion statt. Den Hauptteil macht in der Regel eine Unterfunktion aus, unterbrochen werden diese mit Schüben einer Überfunktion.

Hashimoto ThyreoiditisTeile des Schilddrüsengewebes lösen sich ab und setzen die Hormone über das Blut frei. Sie sind verantwortlich für die vorübergehende Überfunktion. Dieser Wechsel und somit auch die wechselnden Symptome erschweren die Diagnose. Zu Anfang der Erkrankung können Betroffene an Beschwerden einer Schilddrüsenüberfunktion leiden.

Eine Schilddrüsenunterfunktion zeigt sich beispielsweise durch Müdigkeit, Schlafprobleme, Kropfbildung, Gewichtszunahme oder Depressionen. Haarausfall, Abgeschlagenheit, trockene Haut, niedrigen Puls. Schwellungen an den Armen, Beinen oder im Gesicht können ebenfalls auftreten.

Bei einer Überfunktion leidet die betroffene Person unter Beschwerden, wie Unruhe, Gewichtsverlust, Nervosität, Schwitzen, Durchfall, Haarausfall, Zittern oder Herzklopfen.

Hashimoto Thyreoiditis Diagnose

Der Arzt kann mithilfe des Blutes und einem Ultraschall eine Hashimoto Thyreoiditis nachweisen. Diese beiden Diagnoseformen zählen zu den Basisuntersuchungen. Je nachdem, was notwendig ist, kann der Arzt andere Untersuchungen anordnen. Untersucht der Mediziner das Blut, sind bestimmte Werte von besonderer Bedeutung für ihn. Ist der TSH-Wert (Ein Hormon, das u.a. die Jodaufnahme reguliert und stimulierend auf die Schilddrüse wirkt) erhöht, kann das ein Zeichen für Hashimoto sein. Bei ungefähr 80 Prozent der Betroffenen können bestimmte Antikörper im Blut nachgewiesen werden. Außerdem kann ein erhöhter Cholesterinwert ebenfalls ein mögliches Zeichen sein.

Hinweis: Mit einer Ultraschalluntersuchung ist der Arzt in der Lage, mehr über die Struktur und die Größe des Organs und mögliche Veränderungen herauszufinden.

Besonderheit bei der Diagnose von Hashimoto Thyreoiditis

Bei Frauen um die 50 Jahre sollte der Arzt besonders genau mit der Diagnose sein. Die Beschwerden bei einer Hashimoto Thyreoiditis sind den Wechseljahrs-Beschwerden ähnlich. Dadurch, dass der Krankheitsbeginn sich häufig mit den Wechseljahren überschneidet, kann es daher leicht zu einer Verwechslung kommen.

Burn-out kann ebenfalls ein Befund sein, der durch eine Fehlinterpretation der Symptome gestellt wird.

Hashimoto Thyreoiditis Therapie

Da der Körper nicht mehr in der Lage ist, eine ausreichende Menge an Hormonen zu produzieren, bekommen Betroffene Präparate, die diesen Mangel ausgleichen. In der Regel müssen Patienten diese zusätzlich zugeführten Hormone dann ihr Leben lang einnehmen. Ist die Hormonersatztherapie gut eingestellt, sind diese allerdings nebenwirkungsarm und die Betroffenen fast frei von ihren Beschwerden. Mit dem heutigen Stand der Medizin können solche Medikamente den Hormonhaushalt ausgleichen, aber nicht die Autoimmunkrankheit heilen.

Was kann der Betroffene unterstützend machen?

Mit den folgenden Hinweisen können betroffene Personen zur Verbesserung ihrer Lebensqualität beitragen.

Ernährung bei HashimotoPersonen, die an einer Hashimoto Thyreoiditis leiden, sollten auf eine übermäßige Aufnahme von Jod verzichten. Betroffene können auf jodfreies Salz zurückgreifen und sollten ebenfalls den Verzehr von Fisch, Milch, Milchprodukten, Fleischprodukten und Fertiggerichten überdenken. Diese Produkte enthalten in der Regel viel Jod.

Bewegung ist wichtig, sie ist gesund für Körper und Geist. Das bedeutet nicht zwangsläufig zum Fitnessstudio zu gehen, oft reichen regelmäßige Spaziergänge aus, um die Lebensqualität zu verbessern.

Betroffene sollten auf eine gute Schlafhygiene achten und sich an feste Zeiten halten. Genügend Ruhe und Entspannung sind wichtig. Stress kann Schübe begünstigen, eine entspanntere Lebensweise mit ausreichend Ruhephasen hingegen wirkt dem entgegen.

Gluten, Klebereiweiß im Weizen, steht unter Verdacht zu den Auslösern für Hashimoto Thyreoiditis zu zählen. Deshalb ist es sinnvoll, wenn Betroffene so weit wie möglich auf glutenhaltige Produkte verzichten und diese durch glutenfreie Alternativen ersetzen.


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