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Latente Hypothyreose

Was ist eine latente Hypothyreose?

Eine latente Hypothyreose bezeichnet eine milde bzw. im Verborgenen ablaufende Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose). Diese Erkrankungsform der Schilddrüse wird häufig von den Betroffenen nicht bemerkt und fällt oft nur ihm Rahmen z. B. einer Blutuntersuchung auf.

Verlauf der latente Hypothyreose

In der Regel verläuft diese latente Schilddrüsenunterfunktion ohne Symptome bzw. Beschwerden und zeichnet sich bei einer Blutuntersuchung durch einen erhöhten TSH-Wert aus.

Hypothyreose SymptomeTSH bedeutet „Thyroidea stimulierendes Hormon“, wird im Gehirn von der Hirnanhangdrüse produziert und gibt der Schilddrüse wiederum das Signal bestimmte Hormone in ausreichender Menge zu produzieren.

Diese Hormone unterstützen viele andere wichtige Vorgänge im Körper. Vor allem helfen die produzierten Hormone der Schilddrüse dabei, den Stoffwechsel des Körpers in einem gesunden Gleichgewicht zu halten.

Gerät dieses Gleichgewicht immer weiter aus dem Lot, kann sich die latente Hypothyreose im Laufe der Zeit in eine Hypothyreose umwandeln, die dann mit spürbaren Beschwerden wie z. B. Müdigkeit, Haarausfall oder eine Zunahme an Gewicht einher geht. An sich werden aber bei einer latenten Hypothyreose noch ausreichend Schilddrüsenhormone gebildet.

Wie äußert sich eine latente Hypothyreose?

Eine latente Hypothyreose sollte nicht unterschätzt werden, da sie ähnlich wie versteckte Entzündungen lange unerkannt im Körper arbeiten kann. Sie verursacht in der Regel keine Beschwerden oder Symptome so dass die Patienten häufig lange und unerkannt an dieser Form der Schilddrüsenerkrankung leiden können.
Die latente Hypothyreose wird mit Hilfe einer Blutanalyse bestimmt und zwar durch die Feststellung eines erhöhten TSH-Wertes. Eine einzige durchgeführte Blutuntersuchung reicht aber für eine gesicherte Diagnose nicht aus. Denn der TSH-Wert kann auch durch andere natürliche Ursachen schwanken z. B. durch:

  • Hohe körperliche Belastungen
  • Medikamente wie z. B. Kortison
  • Hohes Übergewicht
  • Erkrankungen der Hirnanhangdrüse
  • Im Laufe des Tages
  • Fastenkuren
  • Schwangerschaft
  • Belastungen durch Jod

Gerade bei Kindern und Jugendlichen kann der TSH-Wert schwanken und sich schnell wieder auf natürliche Weise stabilisieren. Deswegen führt man im Abstand von jeweils 2-3 Monaten nochmals mindestens zwei Tests durch um zu sehen ob der TSH-Wert dauerhaft erhöht ist und sichert die Diagnose durch weitere (bildgebende) Untersuchungsmöglichkeiten wie z. B. einer Szintigraphie oder einer Ultraschalluntersuchung ab.

Muss eine latente Hypothyreose behandelt werden?

Diese Frage sollte vor allem eng mit den behandelnden Fachärzten abgesprochen werden. Denn diese verfügen über das notwendige Fachwissen. Das IQWiG (Institut für Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen) verweist auf Statistiken, dass leichte Formen der latenten Hypothyreose (Werte von ca. 5 – 10 mU/L) zumindest nicht sofort behandlungsbedürftig sind und sich die Werte im Laufe der Zeit von alleine wieder normalisieren können.

Latente HypothyreosePatienten die höhere Werte aufweisen, können tendenziell im Laufe der Zeit eher eine ausgeprägte Hypothyreose entwickeln, deren Symptome dann behandelt werden sollten. Manche Fachleute vertreten die Meinung, dass bereits ein Wert ab 2,5 mU/L als erhöht gilt. Hier herrscht aktuell in der Fachwelt noch eine Uneinigkeit.

Weisen die Betroffenen zu den erhöhten TSH-Werten z. B. noch eine Vergrößerung der Schilddrüse auf bzw. sind Schilddrüsen-Antikörper im Blut nachweisbar, erhöht sich ebenfalls die Wahrscheinlichkeit, dass sich die latente Hypothyreose in eine manifeste Schilddrüsenunterfunktion umwandelt.

Ebenfalls wenn weitere Risiken bzw. relevante Erkrankungen eine Rolle spielen, sollte die latente Hypothyreose zeitnah behandelt werden. Entscheidet man sich erst einmal gegen eine Behandlung, ist es sehr anzuraten, im Rahmen von Blutuntersuchungen die Erhöhung des TSH-Wertes eng zu überwachen.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Aktuell liegen noch zu wenige aussagekräftige Studien vor und in der Fachwelt gibt es noch teilweise kontroverse Meinungen ob, wann und wie eine Latente Hypothyreose am besten behandelt werden sollte.
Vom jetzigen medizinischen Standpunkt aus wird häufig zur Behandlung eine Thyroxin-Verabreichung durchgeführt. Dies geschieht häufig über die orale Einnahme einer Thyroxin-Tablette. Ob Betroffene durch die Einnahme von Thyroxin seltener eine manifeste Schilddrüsenunterfunktion entwickeln konnte aber noch nicht ausreichend an Hand von repräsentativen Studien eindeutig belegt werden.

Kann man selbst etwas gegen die latente Hypothyreose tun?

Ob und wie man selbst eine latente Hypothyreose positiv beeinflussen kann, ist noch nicht ausreichend erforscht. Es gibt Anhaltspunkte, dass bei dauerhaften und hohem Übergewicht – insbesondere bei Kindern und Jugendlichen – die TSH-Werte häufiger erhöht sind. Zur Prävention könnte man daher als Empfehlung eine gesunde Gewichtsreduktion in Betracht ziehen.

Fazit

Die Behandlung einer latenten Hypothyreose sollte vor allem mit den behandelnden Ärzten abgesprochen werden.


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