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Schilddrüsenentzündung

Welche Formen der Schilddrüsenentzündung gibt es?

Die Schilddrüse übernimmt eine wichtige Rolle in unserem Körper und ist an vielen Vorgängen beteiligt. Eine Schilddrüsenentzündung kann vielfältige Gründe haben und je nach Form plötzlich auftreten oder sich über einen längeren Zeitraum aufbauen. Die Behandlung richtet sich nach der Ursache der Entzündung.

Anatomie

Das Organ mit der Größe einer Walnuss und der Form eines Schmetterlings befindet sich ein Stück unterhalb des Kehlkopfes. Sie ist verantwortlich für die Produktion von Schilddrüsenhormonen (T3 und T4). Diese Hormone sind für viele Vorgänge im Körper von Bedeutung, beispielsweise sind sie am Stoffwechsel beteiligt, beeinflussen das Wachstum und das psychische Wohlergehen. Der Hypothalamus (liegt im Zwischenhirn) und die Hypophyse (Hirnanhangsdrüse) steuern die Produktion.

Verschiedene Formen einer Schilddrüsenentzündung

Die auftretenden Symptome einer Schilddrüsenentzündung unterscheiden sich je nach Ursache. Sie können aufgrund der Vergrößerung zu Schluckbeschwerden oder Schmerzen führen. Ebenso kann eine Über- oder Unterfunktion auftreten. Entzündet sich die Schilddrüse, kann dies plötzlich geschehen oder sich langsam über einen längeren Zeitraum aufbauen.

Zu den akuten Formen einer Schilddrüsenentzündung zählen:

Akute Thyreoiditis

Ausgelöst durch Bakterien (weniger durch Strahlung oder Viren), kommt diese Variante eher seltener vor. Zu den Symptomen zählen Schmerzen, Druckempfindlichkeit, Heiserkeit, Rötung, ein Wärmegefühl und eine Schwellung im Bereich des betroffenen Organs.

SchilddrüsenentzündungDie Lymphknoten im Hals können ebenfalls anschwellen und es treten Schluckbeschwerden auf. Manchmal kommt es zu einer Überfunktion. Diese akute Form tritt plötzlich auf und wird von erhöhter Temperatur oder Fieber begleitet.

Subakute Thyreoiditis de Quervain

Bemerkbar macht sich diese Schilddrüsenentzündung mit teilweise einseitigen Schmerzen, die bis hin zum Kiefer und Ohr ausstrahlen können. Hinzu kommt ein starkes Krankheitsgefühl, Fieber, Glieder- und Muskelschmerzen. Die genaue Ursache für die subakute Thyreoiditis ist noch nicht geklärt. Sie kommt gehäuft im Frühjahr und Herbst vor und spezielle Viren scheinen sie auszulösen. Zu Beginn dieser Schilddrüsenentzündung entsteht häufig eine Überfunktion, die in eine Unterfunktion übergeht.

Zu den chronischen Formen einer Schilddrüsenentzündung zählen:

Hashimoto Thyreoiditis

Hierbei handelt es sich um die häufigste Form, ungefähr sechs Millionen Deutsche leiden unter dieser Autoimmunerkrankung. Das körpereigene Immunsystem denkt, dass die Schilddrüse ein Fremdkörper ist, und bekämpft diese. Durch die fehlgeleitete Reaktion kommt es zu einer Schilddrüsenentzündung und das Immunsystem zerstört immer mehr Zellen in dem betroffenen Organ. Wissenschaftler forschen an der genauen Ursache für diese Form der Schilddrüsenentzündung. Sie gehen davon aus, dass erbliche Faktoren eine Rolle spielen. Eine übermäßige Versorgung an Jod und Rauchen können die Entstehung begünstigen. Eine Hashimoto Thyreoiditis beginnt langsam. Zu den Symptomen zählen beispielsweise Müdigkeit, Haarausfall, Depressionen, Gewichtszunahme, Unruhe oder Schlafprobleme. Ist die Erkrankung diagnostiziert und das Medikament gut eingestellt, sind Betroffene nahezu beschwerdefrei.

Riedel Struma

Entdeckt von dem Chirurgen Bernhard Riedel, handelt es sich um eine äußerst seltene Form der Schilddrüsenentzündung. Das Gewebe des Organs wird in diesem Fall komplett zerstört und es entsteht ein hartes Narbengewebe, das mit dem umgebenden Gewebe des Halses verwachsen kann. Bis heute ist noch keine genaue Ursache bekannt. Die Veränderung ist ertastbar und zeigt sich als „eisenharte“ Vergrößerung. Im Laufe dieser Schilddrüsenentzündung kommt es zu einer Unterfunktion.

Postpartum Thyreoiditis

Ungefähr acht von 100 Frauen leiden nach der Geburt an einer Schilddrüsenentzündung. Die Symptome sind der einer Wochenbettdepression ähnlich. Betroffene leiden unter Abgeschlagenheit, Nervosität, depressiver Verstimmung und Schlaflosigkeit. Schmerzen empfinden Patienten dabei nicht, deshalb trägt sie auch den Namen stille Schilddrüsenentzündung.

Hinweis: Infektionen oder Erkrankungen des Immunsystems kommen ebenfalls als Ursache für eine Schilddrüsenentzündung infrage.

Diagnose

Latente HypothyreoseEin Arzt hat mehrere Möglichkeiten eine Diagnose zu stellen. Als Erstes tastet er das Organ ab und kann mögliche Veränderungen erfühlen. Mit einer Blutuntersuchung, einem Ultraschall (Sonografie) oder einer Szintigrafie kann der Mediziner genauere Aussagen treffen. Zudem kann der Arzt mit einer Biopsie eine kleine Gewebeprobe entnehmen und unter dem Mikroskop untersuchen.

Therapie

Die Form der Therapie richtet sich nach der Ursache der Erkrankung.

Akute Thyreoiditis

Die Behandlung erfolgt in diesem Fall mit einem Antibiotikum, da Bakterien meist die Ursache sind. Mit kühlenden Umschlägen lassen sich die Beschwerden zusätzlich lindern.

Subakute Thyreoiditis de Quervain

Betroffene erhalten Medikamente, die entzündungs- und schmerzhemmend wirken. In der Regel heilt die Erkrankung spontan aus. Ist der Krankheitsverlauf schwerer, können Patienten zusätzlich Kortison erhalten, welches die Beschwerden rasch lindern sollte.

Hashimoto Thyreoiditis

Hier bekommen Betroffene lebenslang ein Schilddrüsenhormon, das sie in Form einer Tablette einnehmen müssen. Der Arzt bestimmt die Dosis individuell anhand der Blutwerte. Ist das Medikament gut eingestellt, erfährt die betroffene Person fast keine Nebenwirkungen. Allerdings gleichen die Tabletten nur die fehlenden Schilddrüsenhormone aus, sie heilen nicht die Autoimmunerkrankung.

Riedel Struma

Das geschädigte Organ wird in einem operativen Eingriff komplett oder bis auf einen kleinen Teil entfernt. Betroffene sind den Rest ihres Lebens auf die äußere Zufuhr der Schilddrüsenhormone durch Tabletten angewiesen.

Postpartum Thyreoiditis

In der Regel heilt diese Form von alleine aus. Ist dies nicht der Fall, kann der Arzt eine bestehende Unterfunktion mit der Gabe von Schilddrüsenhormonen ausgleichen.


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