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Schilddrüsenerkrankung

Die Schilddrüsenerkrankung bleibt oft unentdeckt

Die Schilddrüse ist ein walnussgroßes Organ, das im Hals unterhalb des Kehlkopfes und vor der Luftröhre angesiedelt ist. Befindet sich das Organ in einem gesunden Zustand, ist es weder äußerlich sichtbar noch zu ertasten. Die Schilddrüsenzellen produzieren fortlaufend Hormone und geben diese permanent an den menschlichen Organismus ab. Die entsprechenden Hormone steuern das Herz- Kreislaufsystem, die Verdauung und den Knochenaufbau. Zusätzlich reguliert das leistungsstarke Multitalent die Psyche. Ist die Funktionalität der Schilddrüse gestört, löst dies zahlreiche gesundheitliche Beschwerden aus. Über- und Unterfunktionen des Organes beeinflussen nachhaltig das Körpergewicht.

Ein verbreitetes Thema in der Bevölkerung

Laut medizinischen Statistiken leiden rund 33 % der deutschen Bevölkerung an einer krankhaft veränderten Schilddrüse bzw. an einer Schilddrüsenerkrankung. Frauen besitzen im Vergleich zu Männern ein bis zu vierfach höheres Risiko derartige Krankheitsbilder zu entwickeln. Eine Schilddrüsenerkrankung bleibt oft jahrelang unentdeckt.

Schilddrüsenerkrankung „Kropf“

SchilddrüsenerkrankungBundesweit gilt ein vergrößertes Schilddrüsenorgan als häufigste Schilddrüsenerkrankung. Im Zuge dessen tritt das Organ als sichtbarer Kropf hervor. Hervorgerufen wird diese Erscheinung oft durch eine anhaltend schlechte Ernährung.

Demnach forcieren Essgewohnheiten, die von Fertiglebensmitteln dominiert werden, das Krankheitsbild.

Werden dem Organismus über einen verhältnismäßig langen Zeitraum wenig vitamin- und nährstoffreiche Lebensmittel zugeführt, reagiert das Organ mit einer verstärkten Bildung neuer Zellen.

Jod ist wichtig

Um den Körper dauerhaft mit ausreichend Hormonen zu versorgen, benötigt das Organ Jod. Sinkt der Anteil des Spurenelements unter einen bestimmten Grenzwert, gibt die Hirnanhangdrüse das Hormon Thyreotropin (TSH) an die Schilddrüsenzellen weiter. Dieser Prozess befeuert die Produktion neuer Zellen. Mit Hilfe dieser zusätzlichen Zellen kann der Organismus vorübergehend die Unterversorgung mit Jod kompensieren und den Hormonspiegel regulieren. Bleibt die Jod- Konzentration lange zu niedrig, vergrößert sich das Organ aufgrund der langfristigen Überproduktion neuer Zellen. Mediziner bezeichnen diesen Zustand als „Hypertrophie“, während die Schilddrüsenerkrankung umgangssprachlich als „Kropf“ klassifiziert wird.

Hinweis: Vereinzelt begünstigt eine Jod – Überversorgung bei Menschen mit genetischer Veranlagung die Entstehung der Schilddrüsenerkrankung.

Der Kropf entsteht

Das Krankheitsbild wird überwiegend im Laufe des fortgeschrittenen Stadiums diagnostiziert, da die Schilddrüsenerkrankung sich ohne anfängliche Beschwerden manifestiert. Drückt der Kropf wegen seiner fortschreitenden Größe gegen Luft- und Speiseröhre, verursacht dies dann Beschwerden. Symptome hierfür sind vermehrtes Räuspern sowie Schluck- und Atemprobleme.

SchilddrüsenentzündungDas unkontrollierte Zellwachstum führt zur Knotenbildung (Struma) im Organ. Derartige Knoten werden aus medizinischer Sicht als heiße und kalte Knoten kategorisiert.

So gehen „kalte Knoten“ aus überlasteten und inaktiven Zellen hervor, die die Hormonbildung dauerhaft eingestellt haben. Das enorme Zellwachstum kann bösartig wuchern und zur Entstehung von Schilddrüsenkrebs führen. In Relation dazu stellen „heiße Knoten“ unkontrolliert bzw. ohne vorangegangene Aufforderung des Gehirns Hormone her. Die stetige Überproduktion stört das Zusammenspiel der einzelnen Hormone und Botenstoffe und initiiert ein Ungleichgewicht der Stoffe. Aufgrund dessen müssen die Symptome der Schilddrüsenerkrankung frühzeitig behandelt werden. Im Anfangsstadium der „Kropfbildung“ kann eine medikamentöse Hormon – Therapie die weitere Entwicklung des Kropfes eindämmen. Ist das Wachstum eines „Kropfes“ relativ weit fortgeschritten, ist eine operative Entfernung des überschüssigen Gewebes unumgänglich.

Tipp: Grundsätzlich empfehlen Mediziner eine konstant vitamin- bzw. nährstoffreiche und jodhaltige Ernährung, um sich effektiv gegen die Schilddrüsenerkrankung zu schützen.

Funktionsstörungen des Organs

Zahlreiche Patienten leiden zudem unter Funktionsstörungen der Schilddrüse. In Verbindung mit einer Unterfunktion stellt das Organ zu wenige Hormone her, während bei einer Überfunktion zu viele derartige Stoffe hergestellt werden. Beide Fälle beeinträchtigen die Gesundheit der Betroffenen. Charakteristisches Merkmal einer Funktionsstörung ist eine massive Veränderung des individuellen Körpergewichts. So legen Patienten in Folge einer Unterfunktion (Hypothyreose) trotz gesunder Ernährung innerhalb eines kurzen Zeitfensters übermäßig viel Gewicht zu. Analog dazu führt eine Überfunktion (Hyperthyreose) zu einem rasanten Verlust an Körpergewicht. Zusätzlich forciert eine Überfunktion den Anstieg des Blutdrucks.

Da die Schilddrüsenhormone die Geschwindigkeit des Stoffwechsels beeinflussen, verändert sich der Stoffwechsel der Patienten. Oftmals können bei Erkrankten Autoimmunerkrankungen als Ursache für die Prozesse identifiziert werden. Deshalb sind derartige Funktionsstörungen häufig erblich bedingt.

Schilddrüsenerkrankung als Autoimmunerkrankung

Schilddrüsenunterfunktion Symptome FrauDemnach ruft etwa die Autoimmunerkrankung „Morbus Basedow“ eine nachhaltige Schilddrüsenüberfunktion hervor. Autoimmunerkrankung heißt, es wird hier vom Körper eine Abwehrreaktion gegen die eigenen Zellen ausgelöst. Bei diesem Krankheitsbild sind die Rezeptoren des Schilddrüsenorgans kontinuierlich durch Autoantikörper des Immunsystems besetzt. Das Hormon TSH kann deshalb nicht andocken und die Regulierung der Hormone einleiten. Als Reaktion darauf bildet das Organ ungebremst Hormone.

Das Krankheitsbild der Schilddrüsenerkrankung ist oft an Begleiterscheinungen wie Heißhunger, Bluthochdruck, Nervosität, Gereiztheit und Hitzewallungen gekoppelt. Medizinische Studien legen die Vermutung nahe, dass Nikotinkonsum den Ausbruch der Krankheit befeuert. Daher kann die Gesundheit des Organs vermeintlich durch den Verzicht auf Nikotin optimiert werden.

Hashimoto – Theyreoiditis

Eine weitere Schilddrüsenerkrankung ist die „Hashimoto – Theyreoiditis“. Diese Erkrankung kennzeichnet eine ausgeprägte Unterfunktion des Organs. Entsprechend richtet sich das Immunsystem gegen das ganzheitliche Schilddrüsengewebe und zerstört dessen zugehörige Zellen. Der Organismus verlangsamt den Stoffwechsel, um den permanenten Angriff auszugleichen. Patienten der Schilddrüsenerkrankung leiden unter Hautproblemen, brüchigen Fingernägeln, massivem Übergewicht, unregelmäßigen Regelblutungen, einer verminderten Fruchtbarkeit und Antriebslosigkeit.

Die Schilddrüsenerkrankung behandeln

Eine Schilddrüsenerkrankung kann zielgerichtet durch Medikamente reguliert werden. Eine Überfunktion kann mit Hilfe von Präparaten, die die Hormonproduktion dämpfen, ausgeglichen werden. Lässt der Patient eine Unterfunktion erkennen, wird das Hormon „L- Thyroxin“ benötigt, das der Organismus der Betroffenen nicht selbstständig bilden kann.


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