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Schilddrüsenhormone

Schilddrüsenhormone – essenziell für den Energieverbrauch

Die Schilddrüse ist eine Hormondrüse, die sich mittig im vorderen Teil des Halses befindet. Sie ist ungefähr walnussgroß und hat ein Gewicht von 18 bis 25 Gramm. Mit ihrer Form erinnert sie an einen Schmetterling. Die Schilddrüsenhormone, die sie produziert, sind essenziell wichtig für viele Vorgänge in unserem Körper.

Die Anatomie

Die lateinische Bezeichnung lautet Glandula thyreoidea, der deutsche Name ergibt sich aus ihrer Nähe zum Schildknorpel des Kehlkopfes. Sie besteht aus zwei Hauptlappen, die mit einer Brücke (Isthmus) verbunden sind. Umgeben ist sie von schützendem Bindegewebe. Am oberen und unteren Teil der Drüse finden sich die Nebenschilddrüsen (Epithelkörperchen), sie haben in etwa die Größe einer Linse. Die Anzahl kann sich von Mensch zu Mensch unterscheiden, allerdings sind es in der Regel vier Stück.

Die Schilddrüsenhormone

An nahezu allen wichtigen Körperfunktionen sind Schilddrüsenhormone beteiligt, sie gehören zum thyreotropen Regelkreis, der die Konzentration der Hormone im Körper regelt.

Hashimoto SchilddrüseGebildet werden sie, neben anderen Komponenten, aus Jod. Die beiden bekanntesten Schilddrüsenhormone sind Trijodthyronin (T3) und Thyroxin (T4), auch Tetrajodthyronin genannt. Sie unterscheiden sich in der Anzahl ihrer Jodmoleküle. Trijodthyronin besteht aus drei Jod-Atomen, ist stark in seiner Wirksamkeit und kurzlebig. Thyroxin hingegen besitzt vier Jodmoleküle, seine Wirksamkeit ist schwächer und es ist langlebiger. Der Körper produziert diese beiden Hormone auf Vorrat und speichert sie in den Follikeln, von hier aus gelangen sie bei Bedarf leicht in die Blutbahn. Ein Teil der Schilddrüsenhormone T3 und T4 werden, an ein bestimmtes Eiweiß gebunden und durch das Blut zu ihrem Bestimmungsort transportiert. Der wesentlich kleinere Teil der beiden Hormone liegt frei vor. Ein weiteres Schilddrüsenhormon ist das in den C-Zellen produzierte Peptidhormon Calcitonin. Die Nebenschilddrüsen bilden das Parathormon.

Aufgaben der Schilddrüsenhormone

Die Hormone T3 und T4 sind an vielen Vorgängen beteiligt und erhöhen den Grundumsatz und Energieverbrauch des Körpers. Dazu zählen der Fett-, Eiweiß- und Kohlenhydratstoffwechsel, das Wachstum der Knochen, die Darm- und Nierentätigkeit. Sie wirken auf das Herz und den Kreislauf, regulieren den Blutdruck, erweitern Gefäße und können den Herzschlag beschleunigen. Sie sind mitverantwortlich für unsere Gehirnaktivität, unser psychisches Wohlbefinden und unsere Verdauung. Zudem sind sie am Kohlehydratstoffwechsel und an der Produktion von Insulin beteiligt.

Calcitonin ist für die Regulation des Kalziumgehaltes im Blut verantwortlich. Ist der Kalziumwert im Blut zu hoch, produziert der Körper mehr Calcitonin. Durch die Ausschüttung des Hormons wird weniger Kalzium aus den Knochen ausgelagert. Das Hormon hilft ebenfalls die Ausscheidung von Kalzium und Phosphat über die Nieren und den Darm zu erhöhen. Des Weiteren können bestimmte Hormone im Magen-Darm-Bereich die Ausschüttung beeinflussen.

Das Parathormon reguliert den Kalziumstoffwechsel. Ist der Wert an Kalzium im Blut zu niedrig, erhalten die Nebenschilddrüsen das Signal mehr Parathormon zu bilden. Es erhöht die Konzentration von Kalzium im Blut und fördert die Freisetzung des Minerals aus dem Darm, den Knochen oder den Nieren.

Produktion der Schilddrüsenhormone

SchilddrüsenhormoneIst die Schilddrüse gesund, bildet sie am Tag zwischen zehn und 50 Mikrogramm T3 und um die 90 Mikrogramm T4. Das Gehirn ist dafür verantwortlich festzulegen, in welcher Menge und zu welchem Zeitpunkt die Schilddrüsenhormone dem Körper zur Verfügung stehen. Die Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) bildet TSH (Thyroid Stimulating Hormone), hierbei handelt es sich um ein Hormon, welches die Produktion der Schilddrüsenhormone stimuliert. Ist der Wert der Schilddrüsenhormone im Blut zu niedrig, erhöht sich die Produktion von TSH. Im umgekehrten Fall, bei einem zu hohen Wert, wird die Produktion gedrosselt. Damit die Hypophyse in der Lage ist TSH kontrolliert abzugeben, bildet der Hypothalamus (Teil des Zwischenhirns) das TRH (Thyreotropin Releasing Hormone). Diese beiden Hormone halten, in gesundem Zustand, die Konzentration der Schilddrüsenhormone auf einem gleichbleibenden Level.

Jod

Jod ist ein unerlässlicher Bestandteil für die Produktion der Schilddrüsenhormone. Der Körper nimmt es über den Magen-Darm-Trakt, die Haut und die Luft auf. Für den Menschen zählt Jod zu den essenziellen Spurenelementen. Unser Körper kann dieses Element nicht selbst bilden und ist auf eine regelmäßige Zufuhr angewiesen.

Neben Deutschland nehmen die Bewohner anderer europäischer Länder ebenfalls zu wenig Jod mit der Nahrung zu sich. Das Schmelzwasser der letzten Eiszeit hat die Vorräte an Jod aus unseren Böden gewaschen und mit in die Ozeane genommen. Mittlerweile findet sich das Spurenelement angereichert in Salz und in unterschiedlichen Nahrungsmitteln.

Hinweis: Leiden Sie unter Schilddrüsenbeschwerden, sollten Sie vor einer zusätzlichen Aufnahme von Jod erst Rücksprache mit ihrem behandelnden Arzt halten. Bei bestimmten Erkrankungen der Schilddrüsen kann eine über das übliche Maß gehende Zufuhr mehr schaden als nutzen.


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