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Schilddrüsenkarzinom

Schilddrüsenkarzinom – bösartig, aber selten

Ein Schilddrüsenkarzinom (Schilddrüsenkrebs) kann an unterschiedlichen Stellen des Organs auftreten. Ärzte unterscheiden zwischen vier verschiedenen Typen, je nachdem welcher Teil betroffen ist. Nach der jeweiligen Form richtet sich die notwendige Behandlung und Prognose der Erkrankung. Das Schilddrüsenkarzinom ist bösartig, tritt allerdings selten auf. Knoten in der Schilddrüse kommen häufig vor, in den meisten Fällen handelt es sich allerdings um gutartige Knoten. Betroffen sind hauptsächlich Personen unter 20 und über 60 Jahren, Frauen trifft es häufiger als Männer.

Die Schilddrüse

Im vorderen Bereich des Halses gelegen, ist sie an vielen Prozessen des Körpers beteiligt. Das Organ hat die Form eines Schmetterlings und produziert wichtige Hormone (Trijodthyronin – T3 und Thyroxin – T4). Welche unter anderem eine entscheidende Rolle in unserem Stoffwechsel und bei unterschiedlichen Körperfunktionen spielen. Die C-Zellen bilden ein Hormon, das für den Kalzium- und Phosphatspiegel von Bedeutung ist.

Das Schilddrüsenkarzinom

Mediziner unterteilen Schilddrüsenkarzinome in vier Formen.

In über 50 Prozent der Fälle handelt es sich um das papilläre Schilddrüsenkarzinom. Hier breiten sich die Krebszellen vor allem über das Lymphsystem aus, die Lymphknoten des Halses sind dadurch ebenfalls häufig mitbetroffen. Bei dieser Variante sind die Heilungschancen am höchsten.

SchilddrüsenkarzinomBei dem follikulären Schilddrüsenkarzinom breiten sich die Krebszellen hauptsächlich über das Blut in Richtung Lunge oder Gehirn aus. In ungefähr 30 Prozent der Fälle handelt es sich um diese Form.

Die C-Zellen sind bei dem medullären Schilddrüsenkarzinom betroffen und es kommt zu einer starken Überproduktion an Calcitonin.

Am seltensten kommt die anaplastische Variante vor. Dies ist die aggressivste Form, der Tumor wächst schnell und es bestehen die schlechtesten Heilungsaussichten.

Die Ursachen konnten Forscher bis heute nicht eindeutig klären. Als mögliche Gründe kommen erblich bedingte Faktoren oder häufiges Röntgen des Kopf- und Halsbereichs infrage.

Schilddrüsenkarzinom Symptome

Zu Beginn der Erkrankung sind die Beschwerden schwer wahrzunehmen, aus diesem Grund entdecken Ärzte einen Großteil der Schilddrüsenkarzinome oft zufällig bei routinemäßigen Untersuchungen. Erst ab einer gewissen Größe lässt sich der Tumor ertasten.

SchilddrüsenerkrankungDie ersten Beschwerden nehmen Betroffene wahr, wenn sich das Karzinom ausdehnt und auf angrenzende Bereiche drückt, wie beispielsweise die Luft- oder Speiseröhre. Das kann sich durch Schwierigkeiten beim Atmen oder durch ein Druckgefühl im Bereich des Halses bemerkbar machen. Der Druck kann ebenfalls zu Schluckbeschwerden führen. Der Tumor kann bestimmte Nervenbahnen im Kehlkopf schädigen, was sich in einer anhaltenden Heiserkeit zeigt. Ein weiteres Symptom ist das Horner-Sydrom, das ebenfalls auf eine Nervenschädigung zurückzuführen ist. Meist einseitig auftretend verengt sich die Pupille, der Augapfel sinkt ein und das Oberlid hängt nach unten. Des Weiteren kann es zu einer Schwellung in den Lymphknoten, zu Muskelkrämpfen oder Missempfindungen (Kribbeln der Hände) kommen. Zudem können Betroffene unter starkem Durchfall leiden, der sich nicht behandeln lässt.

Hinweis: Bitte beachten Sie, dass die Symptome nicht spezifisch auf ein Schilddrüsenkarzinom hinweisen, es ist ebenso möglich, dass eine harmlosere Erkrankung die Ursache ist. Falls Sie bei sich Symptome feststellen, halten Sie in jedem Fall zeitnah Rücksprache mit Ihrem Arzt.

Diagnose

Durch eine umfassende Aufnahme der Krankengeschichte und ein Abtasten des betroffenen Organs erhält der Arzt erste Anhaltspunkte. Zeigt sich die Schilddrüse auffällig, nimmt er eine Blutprobe, anhand der Werte im Blut kann er weitere Schlüsse ziehen.

Hashimoto BehandlungEntsprechen bestimmte Marker nicht der Norm, untersucht der Mediziner das Organ genauer mithilfe des Ultraschalls. Bei dieser Untersuchung erhält er Aufschluss über eventuelle Veränderungen der Größe und der Struktur. Stellt der Arzt einen Knoten fest, besteht nicht zwangsläufig Grund zur Sorge. Viele Menschen haben solche Veränderungen, aber nur ein geringer Prozentsatz dieser Knoten ist bösartig. Mithilfe des Ultraschalls kann der Mediziner feststellen, ob es sich um eine gutartige Veränderung handelt oder nicht. In der Regel wird ein Knoten engmaschig über einen längeren Zeitraum beobachtet. Erfüllt die entdeckte Veränderung bestimmte Kriterien und es besteht der Verdacht auf ein Schilddrüsenkarzinom, nimmt der Arzt weitere Untersuchungen vor. Zunächst eine Szintigrafie, je nachdem wie hier das Ergebnis ausfällt, werden auffällige Knoten in einer Feinnadelbiopsie genauer untersucht. Weisen die Testergebnisse auf die Diagnose Schilddrüsenkarzinom hin, folgen weitere Untersuchungen.

Behandlung

Die gewählte Behandlungsform hängt von der diagnostizierten Form des Karzinoms und von dem Stadium der Erkrankung ab. Der erste Schritt ist meist eine operative Schilddrüsenentfernung (teilweise oder ganz). Eine Radiojodtherapie erfolgt nach der Operation bei der follikulären und papillären Form. Patienten dieser beiden Varianten nehmen dann lebenslang eine hohe Dosis an Schilddrüsenhormonen meist in Form von Tabletten ein.

Liegt ein medulläres Schilddrüsenkarzinom vor, entfernen Ärzte das komplette Organ und Betroffene erhalten fortan Schilddrüsenhormone. Bei starkem Durchfall bekommen Patienten mitunter opioidhaltige Mittel. Bei dem anaplastischen Karzinom erhalten Betroffene eine äußerliche Bestrahlung.


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