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Schilddrüsenkrebs

Die Schilddrüse ist ein schmetterlingsförmiges Organ dessen Gewebe aus vielen kleinen Bläschen besteht und wichtige Funktionen für den Erhalt und die Entwicklung des menschlichen Organismus trägt. Sie befindet sich unterhalb des Kehlkopfes direkt vor der Luftröhre. Ihre Aufgabe ist unter anderem die Produktion der Schilddrüsenhormone Trijodthyronin (T3) und Thyroxin (T4) und des Hormons Calcitonin, das durch die in den Follikeln des Schilddrüsengewebes befindlichen C-Zellen produziert wird.

Welche Schilddrüsenkrebs Formen kommen vor?

Erkrankt das Schilddrüsengewebe durch einen bösartigen Tumor, so spricht man von Schilddrüsenkrebs. Dieser Schilddrüsenkrebs kann sich in verschiedenen Formen zeigen, je nachdem, von welchen Zellen der Drüse die krankhaften Veränderungen ausgehen. Am häufigsten treten sogenannte differenzierte Schilddrüsentumore auf. Dabei handelt es sich um das papilläre Karzinom (sehr häufig) oder das follikuläre Karzinom (häufig). Bei beiden Formen geht die bösartige Veränderung von jenen Zellen des Organs aus, die für die Hormonbildung zuständig sind. Etwas seltener tritt das sogenannte anaplastische Karzinom auf, dessen Ursprung ebenfalls in den Zellen zu finden ist, welche mit der Hormonbildung betraut sind. Neben diesen differenzierten Schilddrüsentumoren existiert eine weitere, deutlich seltenere Form: das medulläre Karzinom. Sein Ursprung findet sich in den Calcitonin bildenden C-Zellen, weswegen es auch manchmal C-Zellenkarzinom genannt wird.

Hinweis: Insgesamt ist Schilddrüsenkrebs in Deutschland eine seltene Tumorerkrankung. Andere Krebserkrankungen treten im Vergleich dazu wesentlich häufiger auf.

Risikofaktoren

Das Risiko an Schilddrüsenkrebs zu erkranken ist statistisch gesehen am höchsten in der Zeit des fünften bis sechsten Lebensjahrzehnts. Auch das Geschlecht spielt als Risikofaktor eine große Rolle: Es erkranken doppelt so viel Frauen wie Männer. Außerdem begünstigen hohe Strahlendosen durch häufiges Röntgen oder Strahlentherapie, Schilddrüsenerkrankungen, das Leben in Jodmangelgebieten und Gene die Erkrankung.

Symptome und Diagnose

Geschwollene Lymphknoten, andauernde Heiserkeit, atypischer Husten, eine Vergrößerung der Schilddrüse oder ein bereits vorhandener Kropf am Hals können auf Schilddrüsenkrebs hinweisen und sollten von einem Arzt untersucht werden.

Schilddrüsenunterfunktion Symptome MannDer Arzt wird Ihnen während der Untersuchung bestimmte Fragen stellen, die Halsregion abtasten, eine Ultraschalluntersuchung durchführen und Ihnen Blut entnehmen um die Hormonproduktion der Drüse zu kontrollieren. Sofern es sich als notwendig herausstellt, wird der behandelnde Arzt auch eine Szintigrafie anordnen. Diese Untersuchung zielt darauf ab, aktive und nicht aktive Teile des Schmetterlingsorgans sichtbar zu machen. Um dies umzusetzen werden radioaktive Jodverbindungen medikamentös verabreicht, die sich im Körper dann in aktiven Teilen der Schilddrüse absetzen und somit sichtbar machen, ob es sogenannte kalte Knoten, also nichtaktive oder funktionslose Teile im Schilddrüsengewebe gibt. Auch diese Untersuchung ist für den Betroffenen absolut schmerzfrei.

In vielen Fällen verhärtet sich der Verdacht auf Schilddrüsenkrebs bei der Untersuchung nicht und es findet sich stattdessen eine Schilddrüsenfunktionsstörung, eine Virusinfektion, Erkältung oder gutartige Zyste. Dennoch sollte eine medizinische Abklärung vorgenommen werden um Schilddrüsenkrebs ausschließen oder frühzeitig behandeln zu können. Erhärtet sich der Verdacht auf Schilddrüsenkrebs im Zuge der Untersuchungen weiterhin, wird auch eine Feinnadelbiopsie durchgeführt. Hierbei wird mit einer dünnen Nadel eine Zellprobe aus dem veränderten Drüsenbereich entnommen und untersucht.

Behandlung

Nach der Diagnose Schilddrüsenkrebs muss ein Behandlungsplan aufgestellt werden. Die Möglichkeiten reichen von einer Operation über eine Radiojodtherapie bis hin zu Strahlen- oder sehr selten auch Chemotherapie.

Hashimoto SchilddrüseNicht jedes Karzinom ist für jede Behandlungsmethode geeignet. Ebenso spielen Größe und Lage des Tumors eine Rolle bei der Wahl der Behandlungsform. Wann immer es möglich ist, wird der Tumor durch Operation entfernt. In Fällen einer sehr frühzeitigen Entdeckung von Schilddrüsenkrebs ist diese Operation sogar Schilddrüsenerhaltend möglich, das heißt, es wird nicht das gesamte Organ entfernt. Anschließend ist bei einigen Karzinomen eine Radiojodtherapie erforderlich. Bei dieser werden Reste der veränderten Zellen durch Gabe von radioaktiven Medikamenten quasi von innen bestrahlt und vernichtet. Eine Strahlentherapie von außen ist nur selten und dann angezeigt, wenn die innere Bestrahlung nicht zielführend ist. Dies ist zum Beispiel beim anaplastischen Schilddrüsenkarzinom oder auch beim medullären Schilddrüsenkarzinom der Fall. In den meisten Fällen sind die Behandlungen, vor allen bei den häufig vorkommenden Arten von Schilddrüsenkrebs sehr erfolgsvorsprechend. 80-90% der Erkrankten leben auch 10 Jahre nach der Diagnosestellung. Die fehlenden Schilddrüsenhormone werden dann lebenslang in Tablettenform ersetzt.

Vorbeugung

Schilddrüsenkrebs kann man teilweise vorbeugen oder durch seine Früherkennung die Heilungschancen steigern. Immer wieder wird der Zusammenhang zwischen einer unzureichenden Jodversorgung und Schilddrüsenkrebs thematisiert. Eine ausreichende Jodzufuhr ist für die Schilddrüsengesundheit also von großer Bedeutung. Außerdem ist es wichtig, Schilddrüsenerkrankungen behandeln zu lassen und die Dosierung der Schilddrüsenhormone immer richtig einstellen zu lassen. Ein Gentest kann bei Vorerkrankten eine Prognose dazu treffen, mit welcher Wahrscheinlichkeit ein Schilddrüsenkarzinom entwickelt werden könnte.


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