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Schilddrüsenoperation

Schilddrüsenoperation – ein Routineeingriff

Unterschiedliche krankhafte Veränderungen können die Schilddrüse betreffen. Einige dieser Erkrankungen lassen sich medikamentös behandeln, bei anderen ist ein operativer Eingriff notwendig. Beispielsweise, wenn der Betroffene durch das erkrankte Organ Probleme mit der Atmung oder dem Schlucken hat.

Ebenfalls beim Vorliegen eines bösartigen Schilddrüsentumors. Bei einer Schilddrüsenoperation entfernt der Operateur, je nach Fall, das erkrankte Organ teilweise oder im Ganzen. In Deutschland werden rund 100.000 Menschen jährlich an der Schilddrüse operiert. Der Routineeingriff dauert zwischen ein und zwei Stunden und findet unter Vollnarkose statt. Handelt es sich um einen minimalinvasiven Eingriff, reicht oft eine örtliche Betäubung und ein leichtes Mittel zur Beruhigung.

Vor der Schilddrüsenoperation

SchilddrüsenoperationDer Betroffene wird gründlich untersucht, auf dieser Basis trifft der behandelnde Arzt die Entscheidung für oder gegen einen operativen Eingriff. Manche Patienten müssen vor der Schilddrüsenoperation Tabletten einnehmen, um einen ausgeglichenen Hormonspiegel zu gewährleisten. Der Arzt erläutert dem Patienten wie die Schilddrüsenoperation abläuft und beantwortet alle anfallenden Fragen. Da die Stimmbänder einem erhöhten Verletzungsrisiko unterliegen, untersucht der Mediziner diese manchmal extra, um das Risiko einschätzen zu können. Leidet der Betroffene unter Schilddrüsenkrebs, kann der Operateur oft vorab keine genauen Angaben machen, wie viel er entfernt. Dies entscheidet er oft je nach Schwergrad erst während der Schilddrüsenoperation.

Hinweis: Der operierende Arzt setzt den Schnitt unterhalb des Halses. Dieser Zugang nennt sich Kragenschnitt und der Betroffene kann die teilweise entstehende Narbe mithilfe des Kleidungskragens abdecken.

Risiken einer Schilddrüsenoperation

Wie bei jedem operativen Eingriff birgt die Schilddrüsenoperation ebenfalls gewisse Risiken. Neben den gängigen Komplikationen, wie Infektionen oder auffälligen Narbenbildungen, gibt es hier spezielle Risiken:

SchilddrüsenerkrankungBei einer Schilddrüsenoperation können versehentlich Nebenschilddrüsen mit entfernt werden. Hierbei handelt es sich um kleine Drüsen, von der Größe einer Linse, die hinter dem Organ selber liegen. Diese Komplikationen tritt aber eher selten auf. Versehentlich entnommene Nebenschilddrüsen können während der Schilddrüsenoperation wieder in die Halsregion einsetzten werden.

Die Schilddrüse ist stark durchblutet und es besteht die Gefahr der Nachblutung. Um dieses Risiko gut überwachen zu können, müssen Patienten noch mindestens 24 Stunden nach dem Eingriff im Krankenhaus bleiben.

Bei einem geringen Anteil der Operierten kann es zu einer ständigen Lähmung der Stimmbandnerven kommen. Ein weiterer kleiner Teil leidet an einer vorübergehenden Lähmung. Die Nerven laufen entlang der Rückseite der Schilddrüsenlappen. Liegt hier eine Schwellung nach der Operation vor, kann es zur Beeinträchtigung der Stimmqualität kommen. Hierbei normalisiert sich die Stimme in einem Zeitraum von längstens drei Monaten wieder. Liegt ein dauerhafter Schaden vor, kann logopädisches Training helfen.

Nach der Schilddrüsenoperation

Sie merken nach der Schilddrüsenoperation ein wundes, steifes und taubes Gefühl im Bereich des Halses. Die Schmerzen verschwinden im Laufe der nächsten Tage und können mit Schmerzmitteln gemildert werden. Erlaubt Ihnen der Arzt das Duschen nach der Operation, sollten Sie die Wunde mit einem dafür geeigneten Duschpflaster schützen. Liegt bei Ihnen eine Veränderung der Stimme vor, sollte diese Beeinträchtigung ein paar Tage nach der Schilddrüsenoperation von selbst verschwinden. Durch spezielle Übungen können Sie Ihren Körper dabei unterstützen. Ihr behandelnder Arzt kann genau einschätzen, welche Übungen passend sind, wie lange der Genesungsprozess dauert und wann Sie Ihren gewohnten Aktivitäten nachgehen können.

Was gibt es nach einer Schilddrüsenoperation zu beachten?

Es gibt ein paar Punkte, auf die Sie nach einer Schilddrüsenoperation achten sollten:
Die frische Wunde kann leicht geschwollen oder von einem Bluterguss umgeben sein. Schwillt die Stelle allerdings stärker an, halten Sie unbedingt Rücksprache mit Ihrem behandelnden Arzt, vielleicht liegt auch eine Infektion vor.

Schilddrüsenunterfunktion Symptome FrauBis zu einer Woche nach der Operation können Sie Probleme beim Drehen des Kopfes haben. Sollten sich Ihre Beschwerden nicht in diesem Zeitraum bessern oder gar verschlimmern, sprechen Sie mit Ihrem Arzt. Um eine Versteifung des Nackens und der oberen Rückenmuskulatur zu vermeiden, kann Ihnen Ihr Arzt passende Übungen zeigen.

Gerade in der Anfangszeit kann es sein, dass Sie Nahrung bevorzugen, die leicht zu schlucken ist. Lassen Sie sich Zeit während Sie essen und achten Sie auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, um die Nahrung einzuweichen und Probleme beim Schlucken zu vermeiden.

Eine Verhärtung der Narbe ist normal und sollte sich nach spätestens drei Monaten von alleine zurückbilden. Zur Nachsorge der Narbe können Sie eine spezielle Narbenpflege oder eine parfümfreie Pflegecreme verwenden.

Einnahme von Schilddrüsenmedikamenten

Schilddrüsenhormone sind an den unterschiedlichsten Vorgängen in unserem Körper beteiligt, beispielsweise an wichtigen Stoffwechselvorgängen, unserem Energiehaushalt und unserem psychischen Wohlbefinden. Durch die teilweise oder ganze Entnahme des Organs ist der Körper nicht mehr in der Lage ausreichende Mengen der Schilddrüsenhormone zu bilden. Deshalb sind Betroffene darauf angewiesen, diese fehlenden Hormone extern zuzuführen und müssen lebenslänglich Tabletten einnehmen. In regelmäßigen Abständen kontrolliert der Arzt die Blutwerte, um den Hormonspiegel zu bestimmen. Dadurch kann er die Höhe der Dosis individuell anpassen.


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