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Szintigraphie Schilddrüse

Szintigraphie der Schilddrüse – sichtbar machen von Vorgängen im Körper

Die Szintigraphie der Schilddrüse ist eine ergänzende Untersuchung mit der Mediziner Veränderungen des Organs genauer unter die Lupe nehmen können. Sie sind mithilfe dieser Methode in der Lage, die Größe, Form und den Jodstoffwechsel der Schilddrüse sichtbar darzustellen.

Dadurch können sie verschiedene Erkrankungen diagnostizieren und beispielsweise zwischen kalten und heißen Knoten unterscheiden oder genauere Informationen über die Schilddrüsenfunktion erlangen.

Wie funktioniert eine Szintigraphie der Schilddrüse?

Bei einer Szintigraphie der Schilddrüse (lateinisch „scintilla“, bedeutet Funke) handelt es sich um ein nuklearmedizinisches Verfahren. Hierbei injiziert der Nuklearmediziner dem Patienten einen schwach radioaktiven Stoff.

Symptome SchilddrüsenüberfunktionDie verwendete Substanz ist dem Jod ähnlich, zu den am häufigsten genutzten zählen, Jodid mit 123Jod und 99MTechnetium-Pertechnetat (PTT). Ein wichtiger Bestandteil von Schilddrüsenhormonen ist das Element Jod, zur Bildung nimmt die Schilddrüse Jod aus der Blutbahn auf. Auf dem gleichen Weg kommt die radioaktive Substanz in die Schilddrüsenzellen. In einer für den Patienten unbedenklichen Menge bekommt er diese verabreicht. Die verwendeten radioaktiven Teilchen lagern sich in den Schilddrüsenzellen ab, vor allem in den aktiven Bereichen. Sie senden durchgehend eine Gamma-Strahlung aus. Ein spezielles Aufnahmegerät, die Gammakamera, kann diese Strahlung bildlich darstellen (Szintigramm). Bereiche mit einer hohen Stoffwechselaktivität sind auf dem Szintigramm in den Farben rot oder gelb erkennbar. Andere Gebiete, die weniger aktiv sind, nehmen eine geringere Menge des radioaktiven Materials auf. Dadurch stellen sie sich auf dem Bild in den Farben grün oder blau-violett dar. Daneben können Mediziner mithilfe der Szintigraphie der Schilddrüse einen weiteren Wert bestimmen. Er gibt Aufschluss, in welcher Menge die Schilddrüsenzellen das radioaktive Material aufnehmen. Die Untersuchung ist im Liegen oder im Sitzen möglich und dauert rund zehn Minuten.

Was sind kalte, warme und heiße Knoten?

Mediziner unterscheiden bei Knoten in der Schilddrüse diese drei Begriffe. Die Bezeichnungen sind auf die Farben zurückzuführen, die die jeweilige Veränderung auf dem Szintigramm hat. Die Farbe entsteht durch die unterschiedlich starke Speicherung der verabreichten radioaktiven Substanz.

Kalte Knoten

Dies sind Bereiche, die eine geringere Aktivität als andere Bereiche aufweisen. Unterschiedliche Ursachen kommen infrage, beispielsweise eine Zyste, eine Entzündung oder ein bösartiger Tumor.

Warme Knoten

Sie entsprechen dem Schilddrüsengewebe, welches nicht auffällig ist und in normalem Maße funktioniert. Diese Gebiete reichern so viel der radioaktiven Substanz an, wie ihre Umgebung.

Heiße Knoten

In diesem Bereich herrscht eine hohe Aktivität, meist ist ein gutartiger Tumor die Ursache. Hier produziert der Knoten Schilddrüsenhormone komplett unabhängig von dem eigentlichen körperlichen Bedarf.

Ablauf einer Szintigraphie der Schilddrüse

Im Vorfeld bespricht der Arzt alles notwendig mit Ihnen, klärt Sie über den Vorgang der Szintigraphie der Schilddrüse und möglichen Risiken auf. Zudem beantwortet er aufkommende Fragen. Die Dauer der Untersuchung selbst hängt von dem verwendeten Radiopharmakon ab. Sobald sich die verwendete Substanz abgelagert hat, können die Aufnahmen gemacht werden, in der Regel nach zehn bis 20 Minuten. Die Prozedur ist schmerzfrei. Im Anschluss bespricht der Mediziner die gemachten Bilder mit Ihnen.

Was gibt es bei einer Szintigraphie der Schilddrüse zu beachten?

szintigraphie-schilddrüseDer behandelnde Nuklearmediziner erklärt Ihnen genau was Sie beachten müssen. Wichtig ist, dass Sie ihm alle Medikamente nennen, die Sie zur Zeit der Untersuchung einnehmen. Teilen Sie ihm ebenfalls mit, wenn Sie in letzter Zeit andere Untersuchungen mit jodhaltigem Kontrastmittel hatten.

Erwähnen Sie auch jodhaltiges Desinfektionsmittel oder Vitaminpräparate mit Jod, die Sie verwenden oder verwendet haben. Diese Informationen sind wichtig, da manche Medikamente die Ergebnisse der Szintigraphie der Schilddrüse beeinflussen können. Des Weiteren sollten Sie nach der Untersuchung ausreichend trinken, da die Ausscheidung der radioaktiven Substanz zu einem großen Teil über den Urin stattfindet.

Hinweis: Trinken Sie viel, unterstützen Sie den Körper und die Stoffe können sich nicht in der Blase ansammeln. Trotz der relativ geringen Belastung durch die Strahlung sollte eine Szintigraphie der Schilddrüse nur durchgeführt werden, wenn sie wirklich nötig ist.

Szintigraphie der Schilddrüse in der Schwangerschaft und Stillzeit?

Schwangere und Stillende sollten eine Szintigraphie der Schilddrüse nicht durchführen lassen. Außer es liegt ein besonderer Härtefall vor und der behandelnde Arzt hat das Für und Wider sorgfältig abgewägt. Die radioaktive Substanz geht in die Muttermilch über, deshalb sollten stillende Mütter eine Stillpause von ungefähr 24 Stunden einlegen.

Welche Risiken gibt es bei einer Szintigraphie der Schilddrüse?

Dass der Nuklearmediziner eine radioaktive Substanz in den Körper injiziert ist für viele Menschen ein beunruhigender Gedanke. Allerdings ist die verwendete Menge an radioaktivem Material gering und somit ist die Strahlenbelastung für den Körper eher niedrig, vergleichbar mit der Strahlung einer Röntgenaufnahme. Im Gegensatz zu einer Computertomografie ist die Belastung wesentlich geringer. Das radioaktive Material, welches Verwendung findet, zerfällt schnell in eine Substanz, die nicht radioaktiv ist. In der Regel treten keine Nebenwirkungen auf, da die geringen Mengen gut vertragen werden. Patienten, die auf Jod allergisch reagieren, haben meist ebenfalls keine Probleme.


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